Horsemanship – was bedeutet das wirklich im Pferdetraining?

Horsemanship, Pferdetraining, Horsemanship-Trainer – diese Begriffe tauchen überall auf.
Aber was steckt eigentlich wirklich dahinter?
Und was bedeutet Horsemanship heute – jenseits von Cowboyhut, Roundpen und Dominanzdenken?

Ist das Horsemanship oder Pferdetraining?


Was genau ist Horsemanship?

Wenn viele Menschen an Horsemanship denken, entstehen sofort bestimmte Bilder:
Cowboyhüte, Bodenarbeit, das Pferd wird „bewegt“, Richtung und Tempo werden bestimmt, der Mensch steht „über“ dem Pferd.
Oft verbunden mit Ideen wie Rangordnung, Dominanz oder Leitstute.

Schaut man in die gängigen Übersetzungen, bedeutet Horsemanship ungefähr:

Die Kunst des fairen, respektvollen und pferdegerechten Umgangs, die über das Reiten hinausgeht und auf Vertrauen, Verständnis der Pferdesprache, Körpersprache und Kommunikation basiert.

Das klingt erstmal wunderschön.
Aber: Ein schöner Begriff allein macht ein Training noch nicht pferdegerecht.
Auch Horsemanship muss – wie jedes Pferdetraining – kritisch betrachtet werden.

Horsemanship und Dominanz – passt das noch zusammen?

Ein Teil des klassischen Horsemanship beruft sich auf Dominanzhierarchien:
Der Mensch müsse „ranghöher“ sein, das Pferd unterordnen, die Rolle der Leitstute übernehmen.

Das Problem:
Diese Argumentation entspricht nicht mehr dem heutigen Stand der Forschung.

Aktuelle Erkenntnisse zeigen:

  • Pferde haben keine starre Rangordnung

  • Es gibt keine feste „Leitstute“

  • Beziehungen sind dynamisch und situationsabhängig

  • Dominanz zeigt sich, wenn überhaupt, kurzfristig zwischen zwei Individuen

  • Meist geht es dabei um Ressourcen – Futter, Platz, Ruhe – und oft sind diese Situationen menschengemacht

Wenn wir Pferde als „ranghoch“ oder „rangniedrig“ bezeichnen, bewerten wir sie automatisch.
Wir stecken sie in Schubladen – und verlieren den Blick für ihr tatsächliches, individuelles Verhalten.

Zu den Thema Hierarchie und Rangordnung habe ich mit meiner Trainingskollegin Sabine Angemeer eine Podvastfolge aufgenommen. Du kannst sie hier kostenlos hören.

Bin ich ein Horsemanship-Trainer?

Jein.

Die Grundidee von Horsemanship – fair, respektvoll, pferdegerecht – finde ich richtig und wichtig.
Aber mit dem Begriff verbinde ich persönlich auch Vorurteile:
zu viel Druck, Dominanzdenken, alte Hierarchiemodelle.

Deshalb nutze ich den Begriff Horsemanship-Trainer nicht aktiv für mein Angebot.

Mein Fokus im Pferdetraining liegt auf:

  • wissenschaftlichen Erkenntnissen

  • Lerntheorien

  • Wahrnehmung des Pferdes

  • objektiver Verhaltensbeobachtung

Ich möchte Verhalten zuerst beschreiben, nicht bewerten.
Nicht: „Der ist dominant.“
Sondern: Was genau tut das Pferd? In welcher Situation? Und warum könnte das sinnvoll sein?

Lerntheorie klingt vielleicht weniger romantisch als Horsemanship –
aber sie hilft uns, Training sachlich, fair und nachvollziehbar zu gestalten.

Soziale Strukturen bei Pferden – was bedeutet das für dein Pferdetraining?

Pferdegruppen sind:

  • situationsabhängig

  • rollenflexibel

  • individuell verschieden

Dominanz entsteht fast immer rund um Ressourcen – und sehr oft durch menschliche Rahmenbedingungen.

Für dein Pferdetraining heißt das:

  • Weniger in Rangordnungen denken

  • Mehr beobachten statt bewerten

  • Beziehungen individuell betrachten

  • Verhalten im Kontext sehen

Sicherheit entsteht nicht durch „Durchsetzen“.
Sondern durch:

  • Kompetenz

  • Klarheit

  • faire Kommunikation

Was ist gutes Horsemanship?

Wenn ich den Begriff Horsemanship neu für mich fülle, dann bedeutet er:

  • Respektvoller Umgang

  • Faire Kommunikation

  • Verständnis für Pferdesprache

  • Geduld und Klarheit

  • Lernen statt Kämpfen

Nicht: Dominieren.
Nicht: Unterwerfen.
Sondern: Verstehen, erklären, begleiten.

Was ist der Unterschied zwischen Horsemanship und Pferdetraining?

Streng genommen: Keiner.
Alles, was wir mit dem Pferd tun, ist Training.

Der Unterschied liegt nicht im Wort – sondern im Ansatz.

Mein Pferdetraining bedeutet:

  • Verhalten verstehen statt bewerten

  • Lernen erklären statt erzwingen

  • Klarheit statt Druck

  • Wissenschaft statt Mythen

Horsemanship kann wunderschön sein – wenn es fair, reflektiert und aktuell gedacht wird.
Aber es braucht Wissen darüber:

  • Wie sieht ein Pferd die Welt?

  • Wie verarbeitet es Reize?

  • Wie lernt es?

  • Was bedeutet Sicherheit für ein Fluchttier?

Was ich aus dem Horsemanship mitnehme

Aus dem Horsemanship nehme ich mit:

  • gegenseitigen Respekt

  • faire Kommunikation

  • Verständnis der Pferdesprache

  • pferdegerechten Umgang

Und ich verbinde das mit:

  • moderner Verhaltensforschung

  • Lerntheorien

  • objektiver Beobachtung

  • praxisnaher Umsetzung

Für mich gehört beides zusammen:
Gefühl und Wissen.
Beziehung und Verständnis.

Du willst wissen, wie dein Pferd wirklich lernt?

Wenn du tiefer verstehen willst,

  • wie dein Pferd lernt

  • wie es seine Umwelt wahrnimmt

  • warum es in bestimmten Situationen stockt, zögert oder nervös wird

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  • Alltägliche Praxisbeispiele:

    • Führen

    • Aufsteigen

    • Wurmkur geben

    • Verladen

Sachlich, verständlich und praxisnah lernst du zum Beispiel:

  • wie dein Pferd entspannt die Wurmkur nimmt

  • wie Aufsteigen stressfrei wird

  • warum Verladen oft scheitert – und wie es gelingen kann

  • warum dein Pferd beim Führen stehen bleibt

  • wie du Verhalten besser einordnen kannst

Nicht über Dominanz.
Nicht über Macht.
Sondern über echtes Verstehen.

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