Longieren lernen: Die 5 häufigsten Probleme – und wie du sie sicher meisterst

Longieren lernen darf leicht sein

Longieren – das klingt erstmal nach „Pferd einfach im Kreis laufen lassen“. Doch wenn du es selbst probierst, kommt oft schnell Frust statt Fortschritt:


Dein Pferd läuft zu dir rein, statt im Kreis.
Du kommst unbewusst vor die Schulter.
Die Longe hat mal zu viel, mal zu wenig Spannung.
Oder dein Pferd blockiert, will nicht vorwärts oder zieht nach außen.

Wenn du dich fragst: „Mache ich das gerade falsch?“ – dann bist du damit nicht allein. Viele fühlen sich unsicher, weil ihnen Longieren nie wirklich erklärt wurde und sie deshalb nicht wissen, was wann und warum passiert.

In diesem Artikel bekommst du 5 echte Longier-Tipps – verständlich erklärt und direkt umsetzbar. Und ganz unten erzähle ich dir, wie du Longieren wirklich von Grund auf und pferdegerecht lernen kannst – mit unserem Online-Longierkurs.

Warum Longieren mehr ist als „nur ein Kreis“

Longieren ist die Arbeit mit deinem Pferd an der Longe, bei der du es kommunikativ durch Körpersprache und Raumaufteilung führst, nicht durch Ziehen oder Drücken. Es ist eine wertvolle Grundlage, die deinem Pferd Koordination, Balance und Gymnastizierung schenkt – und dir Sicherheit im Handling.

1. Dein Pferd kommt zu dir rein – statt im Kreis zu bleiben

Das ist eines der häufigsten Probleme überhaupt. Viele berichten, dass ihr Pferd immer wieder auf sie zuläuft, anstatt sauber um sie herum zu laufen.

Warum passiert das?

  • Deine Position ist für das Pferd verwirrend

  • Deine Körpersprache sagt unbewusst „komm zu mir“.

  • Das Pferd hat noch nicht verstanden, was es tun soll

Was wirklich hilft:
👉 Achte bewusst auf deine Position und in welchem Winkel du zum Pferd stehst
👉 Arbeite an deiner inneren Haltung, Energie und Körpersprache, bevor du versuchst, das Pferd zu „treiben“.
👉 Klarheit kommt durch Struktur, nicht durch Druck.

2. Du weißt nicht, wo du stehen sollst oder fühlst dich unsicher

Viele Kundinnen sagen mir:

„Ich komme unbewusst vor die Schulter.“
„Ich habe kein Körpergefühl beim Longieren.“
„Ich weiß nicht, wo ich mich hinstellen soll.“

Das ist völlig normal – wenn niemand es dir je klar erklärt hat.

Wichtig:
👉 Die richtige Position ist kein Zufall.
👉 Sie bestimmt, wie dein Pferd dich wahrnimmt – als Führung oder Einladung.

💡 Tipp: Stelle dich so, dass du deine Schulter parallel zur Bewegung des Pferdes hast.
Dann wirkst du nicht wie ein Ziel, sondern wie ein ruhiger, klarer Ankerpunkt.

3. Mein Pferd blockiert, geht nicht vorwärts oder zieht nach außen

Mehrere Rückmeldungen aus einer Umfrage zeigten:
„Mein Pferd blockiert.“
„Es hat keine Motivation.“
„Es dreht die Schulter rein und will nicht laufen.“

Das kommt sehr häufig vor – und ist kein Verhalten „aus Bosheit“, sondern ein Zeichen von Unsicherheit oder fehlender Klarheit in der Kommunikation.

🧠 Pferde reagieren nicht auf Druck – sie reagieren auf Klarheit, Struktur und Vertrauen.

Was du tun kannst:

  • Gib klare Start-Signale (Körper, Stimme, Blick).

  • Belohne, wenn dein Pferd richtig reagiert.

  • Arbeite in kleinen Abschnitten – Erfolg motiviert.

Wenn du willst, dass dein Pferd wirklich versteht, was du von ihm willst, dann darfst du dich als erstes mit dir selbst auseinandersetzen. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in deinem Wissen zur Körpersprache, Signalen und dem Lernverhalten von deinem Pferd.

4. Du hast Angst oder fühlst dich beim Longieren unsicher

Viele Longiereinsteigerinnen haben – verständlich – Respekt oder sogar Angst vor Situationen, wie:

  • Pferd schießt los

  • Pferd läuft unkontrolliert

  • Ich werde überrannt

Das zeigt: Du brauchst Sicherheit, bevor du dich einfach an die Longe traust. Angst entsteht meist durch fehlende Orientierung und mangelndes Wissen.

💬 Wahrheit: Du bist nicht allein damit – viele Reiterinnen fühlen sich zuerst unsicher, bevor sie Routine bekommen.

👉 Der Schlüssel ist nicht Mut, sondern klar strukturiertes Wissen.

5. Du weißt nicht, ob du es richtig machst

Und das ist vielleicht das Kernproblem:

„Ich tue es, aber ich habe das Gefühl, es bringt nichts.“
„Jeder sagt was anderes.“
„Niemand erklärt mir, wie und warum es richtig geht.“

Das ist nicht deine Schuld – viele lernen „Longieren“ einfach durch Ausprobieren oder durch unklare Anweisungen.

🧩 Longieren ist ein Kommunikationsprozess, kein Mechanismus.

Bonus: Longieren ist Gymnastizierung & Kommunikation

Longieren dient nicht nur dazu, dein Pferd zu bewegen – es ist ein Weg, seine Koordination, Balance und Muskulatur zu fördern. Zudem stärkst du die nonverbale Kommunikation zwischen euch beiden – was euch auch später beim Reiten sehr hilft.

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